Freiwillige Feuerwehr Steinbeck/Luhe

Gegründet am 28. September 1928

Die Freiwillige Feuerwehr Steinbeck/Luhe wurde am 28. September 1928 auf einer vom Gemeindevorsteher Johannes Rüther geleiteten Versammlung gegründet. Bereits zwei Tage vorher hatte sich der Gemeinderat einstimmig für eine Gründung einer freiwilligen Feuerwehr ausgesprochen. Es wurde beschlossen, die Kosten für die Ausrüstung der Wehr von Seiten der Gemeinde zu tragen. Daraufhin erklärten sich 35 Männer zum Eintritt in die Wehr bereit. In der Gründungsversammlung wählten diese Richard Köhler zum Hauptmann der Wehr und Ernst Jürges zu seinem Stellvertreter. Gustav Schulz wird Steigerzugführer undGustav Inselmann Spritzenzugführer. Die Altersgrenze für die Mitglieder der Wehr wird von 17 bis 60 Jahre festgelegt.

Auf der ersten Kommandositzung der Wehr am 30.09.1928 wird beschlossen, dass der Steigerzug zwölf Mann stark sein soll. Eine Tauglichkeitsprüfung für die Mannschaftsmitglieder soll abgehalten werden. Diese besteht vorläufig aus dem Besteigen des zwölf Meter hohem Schlauchtrockengerüstes. Für Sonntag, den 07. Oktober 1928 wird die erste Übung der jungen Wehr festgelegt.

Der erste Brandbericht stammt vom 5. November 1928. Um 3 ½ Uhr wird die Wehr durch den Kameraden Karl Brockmann zur Hilfeleistung in Hützel alarmiert. Dort brennt die Kieselgurmühle Kempchen. Die Wehr rückte 15 Minuten nach der Alarmierung aus und blieb bis 5 ½ Uhr am Brandplatze. Das Gebäude konnte nicht gehalten werden, es brannte vollständig nieder.

© Böhme-Zeitung Soltau / Kreisfeuerwehrverband Heidekreis e. V.

Über diese ersten Einsätze berichtete die junge Wehr auch beim Kreisfeuerwehrverbandstag in Behringen am 28. Juli 1929, wie aus dem Ausschnitt aus dem Bericht in der Böhme-Zeitung hervorgeht. Der komplette Bericht kann unter Kreisfeuerwehrverband Soltau 1929 nachgelesen werden. 

Am 22. Juni 1930 veranstaltete die noch junge Wehr ein Stiftungsfest, zu dem die auswärtigen Wehren eingeladen wurden. Um 15:15 Uhr fand ein Festumzug durchs Dorf und abend ein großer Ball statt. Dazwischen wurde von der Wehr aber auch eine Kommandositzung abgehalten, bei der ein Überblick zum Stand der erst vor zwei Jahren gegründeten Wehr gegeben und rechtliche Fragen zur Stellung der Feuerwehrmänner besprochen wurden. Dazu hatten die Kameraden auch den Kreisbrandmeister Heinrich Wiegels aus Soltau eingeladen.

© Kreisfeuerwehrverband Heidekreis e. V.
© Kreisfeuerwehrverband Heidekreis e. V.

Steinbeck, den 15. 6. 1930

An Herrn Kreisbrandmeister Wiegels, Soltau 

Zu der am 22. Juni 1930 nachmittags 4 Uhr stattfindenden Kommandositzung laden wir Sie herzlichst ein und bitten Sie, doch den Vorsitz dieser Kommandositzung zu übernehmen.

Tagesordnung:

I. Der Stand der freiw. Feuerwehr Steinbeck

II. Die rechtliche Stellung der Feuerwehrmänner

III. Verschiedenes.

Wir bitten Sie, uns doch mit Ihr Erscheinen zu beehren und uns durch Ihre Erfahrungen zu helfen, schlagfertig in der Not eingreifen zu können. Auch möchten wir Sie bitten, zu Punkt II. "die rechtliche Stellung der Feuerwehrmänner" zu den Fragen Stellung zu nehmen. 

(1.) Welche Maßnahmen darf der Feuerwehrmann vornehmen, wenn ihm die Überfahrt der Spritze oder Übergang über ein Grundstück auf dem Wege zur Wasserentnahmestelle von dem Grundbesitzer verweigert wird?

(2.) Darf der Feuerwehrmann, wenn zwischen dem Brandherd und der Wasserentnahmestelle ein bgestelltes Feld (Kornfeld u.s.w.) liegt, durch das Korn die Druckleitungen legen, ohne ersatzpflichtig zu werden, auch dann, wenn der Grundbesitzer es verbietet?

(3.) Wielange darf ein Feuerwehrmann, der die Straße der Schläuche absperren muß, den Verkehr aufhalten oder zurückschicken?

(4.) Welchen Nachdruck darf der Feuerwehrmann vom Absperrkommando seinen Anordnungen geben, wenn er gezwungen ist, die Ordnung ohne Polizei wieder herzustellen?

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns über die Pflichten der Feuerwehrmänner aufklären würden, und bitten Sie, uns unseren Wunsch doch erfüllen zu wollen.

Mit kameradschaftlichem Gruß

Ob Kreisbrandmeister Wiegels der Einladung gefolgt ist, ist aus den Unterlagen nicht ersichtlich. Allerdings befindet sich auf der Rückseite dieser Einladung die nachfolgende Bleistift-Skizze, deren Bedeutung zwar nicht erkennbar ist. Da sie vom Kreisbrandmeister aber auf der Rückseite der Einladung gezeichnet wurde, liegt die Vermutung nahe, dass Wiegels bei der Kommandositzung in Steinbeck anwesend war.

© Kreisfeuerwehrverband Heidekreis e. V.

Informationen über die heutige Freiwillige Feuerwehr Steinbeck/Luhe findet man auf der Homepage der Gemeindefeuerwehr Bispingen unter Ortsfeuerwehr Steinbeck/Luhe 

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